Forderungen & Erläuterungen


Wir fordern eine 35-Stunden-Woche für Schülerinnen und Schüler.

Die Schule muss ihren Bedarf an der täglichen Zeit junger Menschen auf das wirklich Notwendige begrenzen. Die 35 Stunden beinhalten die Unterrichtszeit (ohne Pausen), sowie Zeiten für Vor- und Nachbereitung (Hausaufgaben) und Klausurvorbereitungen.

Warum diese Definition?

Es gibt seitens der Kultusministerkonferenz (KMK) Vorgaben zur reinen Unterrichtszeit („Wochen- pflichtstunden“) sowie zum Zeitaufwand für Hausaufgaben („Hausaufgabenerlass“). Daran orientieren wir uns.

Beim Zeitaufwand für Hausaufgaben und Klausurvorbereitung gehen wir von einem/einer „durchschnittlichen“ SchülerIn aus, um überhaupt Zeiten für individuelles Lernen definieren zu können. In der Praxis variieren die notwendigen Lernzeiten natürlich je nach SchülerIn.

Die 35 Stunden sind der maximale Zeitaufwand. Wir wollen zudem zwischen den Schulformen sowie den Jahrgangsstufen differenzieren und jeweils entsprechende Obergrenzen festlegen.

Was ist mit den Schulpausen und Freistunden?

Pausen könnten als freie Zeit gesehen werden, aber auch als Zeit, die für SchülerInnen nicht wirklich frei gestaltbar ist, da sie an den Ort Schule gebunden sind. Aber dennoch: Wir klammern Pausen aus den 35 Stunden aus. Denn dies wird auch in den KMK-Vorgaben so gehandhabt und ist auch in der Arbeitswelt so üblich.

Freistunden (nur in der Oberstufe möglich) sind Freizeit, die allerdings nicht von dem/der SchülerIn selbst gewählt werden und daher nur eingeschränkt für sie gestaltbar sind. Dennoch berücksichtigen wir bei der Berechnung unserer 35 Stunden-Forderung keine Freistunden. Die Zeit für Hin- und Rückfahrt zur Schule ist ebenfalls außen vor, obwohl natürlich durch längere Schulwege Freizeit beschnitten wird. Unsere 35-Stunden-Definition ist also wirklich „netto“ zu verstehen.

Wir fordern einen Schulschluss um 16 Uhr.

Unterrichtsplanung und Lehrplaninhalte sind so zu gestalten, dass alle SchülerInnen in der Regel alle schulischen Aufgaben inklusive Hausaufgaben bis spätestens 16 Uhr erledigen können.

 

Wie steht Ihr zu Ganztagsschulen?

Der gebundene Ganztag* ist für die SchülerInnen verpflichtend und keine frei verfügbare Zeit. Unsere Forderungen beziehen sich natürlich auch auf Ganztagsschulen. Und auch für diese fordern wir den Schulschluss inklusive aller schulischen Aufgaben um spätestens 16 Uhr. Der Offene Ganztag ist ein freiwilliges Angebot. Daher sehen wir die dort verbrachte Betreuungszeit nicht als Schulzeit.

*Gebundener Ganztag bedeutet: wöchentlich drei oder vier Schultage mit mindestens sieben Zeitstunden Betreuung (i.d. R. von 8 bis 15 Uhr). (siehe Grundlagenerlass)

Wir fordern einen schulfreien Nachmittag pro Woche.

Der schulfreie Nachmittag gilt ab 13 Uhr und ist landesweit, mindestens aber regional gemeinsam abzustimmen.

Ein „sturmfreier“ Nachmittag für Schülerinnen und Schüler ist grundsätzlich gut. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Freizeit und Erholung. Und diese Zeit sollen sie auch selbst- bestimmt gestalten können.

Man kann nun einwenden, dass nicht alle Kinder und Jugendliche wissen, wie sie „sinnvoll“ mit ihrer Freizeit umgehen. Wir sagen: Dann müssen wir sie stark machen und dazu befähigen, ihre Freizeit selbst zu gestalten. Dafür gibt es die Angebote einer Vielzahl von Verbänden, Kirchen, Sportvereinen, Initiativen, … Um all diese Möglichkeiten aber überhaupt auszuprobieren, braucht es einen schulfreien Nachmittag.

Ein Nachmittag, an dem alles andere außer Schule stattfindet – das soll funktionieren?

Für diesen Nachmittag müssen vor Ort Regelungen getroffen, z.B. für eine bedarfsgerechte Belegung der Räume und Hallen, in denen Sport, Jugendarbeit etc. stattfindet.

Hier haben die beteiligten Kommunen und Anbieter- Innen genügend Erfahrungen und Möglichkeiten, um gemeinsam praktikable Lösungen zu finden. Das geht in der Arbeitswelt und anderen geregelten Bereichen auch. Logistische Einwände können keine Argumente gegen einen abgestimmten freien Nachmittag sein.