150.000 Postkarten für mehr Freiraum neben der Schule


Pressemeldung

Volle Stundenpläne und steigender Leistungsdruck, wo bleibt da noch Zeit sich frei zu entwickeln? Die Katholische junge Gemeinde in Nordrhein-Westfalen (KjG NRW) fordert mit ihrer Kampagne „35 Stunden & keine Minute länger“ eine Begrenzung der Schulzeit. Denn neben der Schule sind auch Freiräume für die eigenverantwortliche Gestaltung des Lebens und ehrenamtliches Engagement wichtige Bestandteile von Bildung.

Bei der Kampagne „35 Stunden & keine Minute länger“ werden 150.000 Postkarten an Schulen in ganz NRW verteilt, die von Schülerinnen und Schülern bis zum 4. Juli an die schulpolitischen Sprecherinnen der NRW Fraktionen versendet werden sollen. Die KjG NRW möchte damit das Verständnis der Politik und Gesellschaft dafür schärfen, dass Freiraum im Alltag und Zeit für ehrenamtliches Engagement wichtige Bestandteile der freien Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind. „Deshalb fordern wir, dass die Schulzeit inklusive Hausaufgaben nicht mehr als 35 Stunden in der Woche betragen darf und alles, was mit Schule zu tun hat, bis 16.00 Uhr erledigt sein soll. Außerdem soll es landesweit einen schulfreien Nachmittag geben“, sagt Julia Niekamp, Landessekretärin der KjG NRW. Dann bleibe genug Zeit für die persönliche Entwicklung und außerschulische Bildung. Mit den Postkarten soll den Kindern und Jugendlichen selbst die Möglichkeit gegeben werden, sich für ihre Bedürfnisse einzusetzen.

Spätestens seit den schlechten Pisa-Ergebnissen steigen die Erwartungen von Politik und Gesellschaft an das schulische Bildungssystem ständig. Das Abitur nach 8 Jahren wurde eingeführt, die Schulen sind mehr und mehr Ganztagsschulen und der Leistungsdruck ist inzwischen ein ständiger Begleiter. Schule nimmt zunehmenden Platz im Alltag von Kindern und Jugendlichen ein und lässt kaum noch Raum für andere Aktivitäten.

„Doch Bildung ist viel mehr als das, was in der Schule stattfindet“, meint Peter Otten, Geistlicher Leiter der KjG im Erzbistum Köln. „Bildung heißt auch das Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen, Freundschaften zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen. In der Schule alleine geht das nicht, wohl aber in Kinder- und Jugendverbänden“. Hier lernen junge Menschen wichtige  Kompetenzen – und das freiwillig und ohne Leistungskontrolle. Doch dafür brauchen Schülerinnen und Schüler mehr selbstbestimmte Zeit.

Weitere Informationen zur Kampagne gibt es auf der Homepage www.kjg-nrw.de.

(Pressemeldung vom 29.o4.2014, KjG im Erzbistum Köln.)

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