„35 Stunden“ sprach mit Schulministerin Löhrmann


v.l.n.r.: Sarah Primus (BDKJ NRW), Julia Niekamp (KjG NRW), Schulministerin Sylvia Löhrmann, Holger Walz und Peter Otten (beide KjG Erzbistum Köln)

Vertreterinnen und Vertreter der KjG und des BDKJ NRW haben sich am Dienstag mit NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann getroffen. Anlass war die schulpolitische Kampagne „35 Stunden & keine Minute länger“, mit welcher die Kinder- und Jugendverbände die Ausdehnung der Schulzeit kritisieren. Peter Otten, Geistlicher Leiter der KjG im Erzbistum Köln, erläuterte der Ministerin Beobachtungen aus dem Alltag der verbandlichen Arbeit: „Ehrenamtliche können sich häufig nur noch sonntags treffen, da die Wochentage mit schulischen Dingen gefüllt sind. Auch die Kindergruppenstunden finden kaum noch unter der Woche statt.“ Daher fordert die KjG eine Begrenzung der wöchentlichen Zeit, die Kinder und Jugendliche für die Schule aufwenden sollen, und mehr Freiräume für Freizeit und Ehrenamt.
Hier stimmte die Ministerin zu: „Es gibt Lebensbereiche, die jenseits von Schule bleiben müssen. Wir brauchen eine Abgrenzung von Schulzeit und Freizeit.“ Ansätze, um schulische Belastungen zu reduzieren, sieht Löhrmann in der Unterscheidung von Pflichtstunden und bedarfsgerechter Individualförderung, aber auch im fächerübergreifenden Unterricht mit kompetenzorientierten Lernzielen. „Mit solchen Konzepten, die auch bereits an etlichen Schulen durchgeführt werden, wollen wir unsere Schulen qualitativ verbessern.“
Einig waren sich alle darin, dass die Schule nicht der einzige Ort sein dürfe, um gegen übertriebenen Leistungsdruck vorzugehen. Ein Umdenken müsse auch in den Köpfen von ArbeitgeberInnen, Eltern und SchülerInnen stattfinden. Und dafür brauche es eine gesamtgesellschaftliche Diskussion, wie sie durch die 35 Stunden-Kampagne und die aktuelle „Turbo-Abitur“-Debatte angestoßen werde.
Viel verspricht sich Löhrmann von den Ergebnissen des Runden Tisches zur G8/G9-Frage. „Ich bin mir sicher, dass Sie in den dort entwickelten Ergebnissen Ihre berechtigten Anliegen wiederfinden werden“, sagte sie und lud die Jugendverbände dazu ein, daran mitzuwirken, dass die Ergebnisse an den Schulen umgesetzt werden.
„Frau Löhrmann nahm unser Anliegen sehr ernst“, sagte Julia Niekamp, ehrenamtliche Landessekretärin der KjG NRW, nach dem Gespräch. „Sie würdigte, dass wir es differenziert diskutieren und nach qualitativ guten Lösungen aus der Perspektive von Kinder und Jugendlichen suchen.“

(Pressemeldung „Schule: Druck raus – Qualität rein“, 13.08.2014)

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